2026 - Was ist Emaille – und warum ist Glas der ideale Werkstoff für unser Trinkwasser?
Mit dem neuen Emaillierwerk in Karlstadt verdoppelt Düker seine Emaillierkapazität in Deutschland. Ein guter Anlass, um einen Blick auf den Werkstoff zu werfen, der seit über 100 Jahren zu den Kernkompetenzen von Düker gehört: Email. Was steckt eigentlich dahinter, und warum setzen wir gerade jetzt so konsequent auf diese Beschichtung?
Was ist Email eigentlich?
Email ist im Kern nichts anderes als Glas. Beim Emaillieren wird eine glasartige Schicht bei Temperaturen zwischen 700 und 800 Grad Celsius auf das Metallbauteil aufgebrannt, bei Düker in der Regel auf Kugelgraphitguss. In diesem Einbrennprozess verschmelzen Email und Metall im Grenzbereich untrennbar miteinander. Das Ergebnis ist eine porenfreie, glasharte Oberfläche, die die Vorzüge beider Werkstoffe vereint: die Festigkeit und Elastizität von Metall, verbunden mit der Härte und chemischen Beständigkeit von Glas. Ein einmal emailliertes Bauteil lässt sich nicht mehr in seine beiden Ausgangsstoffe zurückverwandeln, die Verbindung ist dauerhaft.
Warum Glas so gut zu Trinkwasser passt
Kaum ein Werkstoff eignet sich so gut für den Kontakt mit Trinkwasser wie Glas. Es reagiert nicht mit dem Wasser, gibt keine Stoffe an das Wasser ab und beeinflusst weder Geschmack noch Qualität. Weil die Oberfläche glasglatt und porenfrei ist, finden Bakterien und andere Organismen dort keinen Nährboden, der sogenannte unsichtbare Schmutz hat keine Chance, sich festzusetzen. Emaillierte Bauteile sind zudem elektrisch neutral, das heißt, sie begünstigen keine elektrochemischen Korrosionsprozesse, wie sie bei blankem Metall auftreten können. Für Armaturen und Formstücke, die dauerhaft mit Trinkwasser in Berührung stehen, ist das ein entscheidender Vorteil: kein Rost, keine Ablagerungen, keine Beeinträchtigung der Wasserhygiene.
Langlebig, robust und wirtschaftlich
Die glasharte Oberfläche macht emaillierte Bauteile außerdem außerordentlich widerstandsfähig. Sie halten intensiver mechanischer Beanspruchung, Abrieb und aggressiven Chemikalien stand, ohne an Substanz zu verlieren. Selbst UV-Strahlung kann ihnen farblich nichts anhaben, da die Farbe beim Einbrennen dauerhaft in die Oberfläche eingeschmolzen wird. Ein Vergilben oder Vergrauen, wie man es von anderen Beschichtungen kennt, gibt es bei Email nicht. Diese Beständigkeit zahlt sich über die gesamte Nutzungsdauer aus: Emaillierte Bauteile sind weitgehend wartungsfrei, im Außenbereich hält schon der Regen die Oberfläche sauber, und der Ersatzbedarf sinkt spürbar. Trotz teils höherer Anschaffungskosten ist Email deshalb über die Lebensdauer eines Bauteils betrachtet eine der wirtschaftlichsten Lösungen für die Wasserinfrastruktur.
Ein nachhaltiger Werkstoff
Auch mit Blick auf Nachhaltigkeit hat Email einiges zu bieten. Für die Herstellung werden keine von Natur aus bedenklichen Stoffe wie Blei oder Cadmium benötigt, als Dispersionsmedium im Emaillierwerk kommt lediglich Wasser zum Einsatz. Die eingesetzten Rohstoffe, Metalle und anorganische Silikate, stehen auch langfristig in ausreichender Menge zur Verfügung. Und weil emaillierte Bauteile am Ende ihrer langen Nutzungsdauer eingeschmolzen und recycelt werden können, schließt sich der Kreislauf. In Kombination mit der langen Lebensdauer und dem geringen Wartungsaufwand sorgt das für einen spürbar ressourcenschonenden Betrieb über den gesamten Lebenszyklus hinweg, ganz im Sinne einer zukunftsfähigen Wasserinfrastruktur.
Karlstadt: Investition in die Zukunft der Emaillierung
Genau auf dieser über 100 Jahre gewachsenen Erfahrung baut Düker jetzt weiter auf. Mit dem neuen Emaillierwerk in Karlstadt steht neben dem bestehenden Standort Laufach ein zweiter Emaillierstandort zur Verfügung, der die Emaillierkapazität in Deutschland verdoppelt. Für unsere Kunden bedeutet das vor allem eines: Wir können auf Anfragen schneller und flexibler reagieren und auch größere Nachfragemengen in kürzerer Zeit bedienen. Die zusätzliche Standortstruktur erhöht außerdem die Robustheit unserer Fertigung, schafft mehr Flexibilität in der Produktionsplanung und stärkt die Lieferfähigkeit, auch wenn sich Marktanforderungen kurzfristig verändern. In den kommenden Jahren sollen am neuen Standort bis zu 50 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, ein klares Bekenntnis zu unseren deutschen Fertigungsstandorten und zu dem Fertigungsbereich, für den der Name Düker seit vielen Jahrzehnten steht: die Emaillierung.
Fazit
Email ist mehr als eine Beschichtung, es ist Glas, das mit Metall eine untrennbare Verbindung eingeht und dabei genau die Eigenschaften mitbringt, die Trinkwasser braucht: hygienisch, beständig, langlebig und nachhaltig. Für Wasserversorger, Stadtwerke und Planer heißt das konkret: weniger Wartungsaufwand, eine lange Nutzungsdauer der Bauteile und die Sicherheit, dass die Wasserqualität durch die Beschichtung nicht beeinträchtigt wird. Mit dem neuen Werk in Karlstadt stärkt Düker diesen Kernbereich seiner industriellen Identität gezielt weiter und schafft die Grundlage, um Kunden auch in Zukunft zuverlässig mit hochwertig emaillierten Produkten zu versorgen.
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